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Projektmanagement

Risiken im Projekt: fünf reichen

Risiken und Entscheidungen auf dem Canvas in ORBYLOX

Risikomanagement hat in kleinen Teams einen schlechten Ruf, und zwar zu Recht: Es tritt meistens als Tabelle mit vierzig Zeilen auf, die einmal ausgefüllt und nie wieder geöffnet wird.

Das ist schade, denn der nützliche Kern passt auf eine Seite und kostet zwanzig Minuten im Monat.

Risiko ist nicht Problem

Der Unterschied ist die Zeitform, und er entscheidet, was zu tun ist.

RisikoProblem
Zeitformkönnte eintretenist eingetreten
FrageWie wahrscheinlich, wie schlimm?Wer löst es bis wann?
Gehört indie Risikolistedas Board, als Ticket

Der häufigste Fehler in Risikolisten ist, dass die Hälfte der Einträge längst Probleme sind. Die gehören nicht in die Liste, sondern in die Arbeit.

Nur fünf, nicht vierzig

Eine Risikoliste mit vierzig Zeilen sagt aus, dass niemand priorisiert hat. Fünf ist die richtige Zahl — die fünf, bei denen ihr wirklich etwas tun würdet.

Alles darunter kostet Pflege und bringt nichts. Wenn euch ein sechstes wichtig genug erscheint, fliegt dafür ein anderes raus. Das ist keine Schlamperei, das ist die eigentliche Arbeit.

Bewerten ohne Scheingenauigkeit

Zwei Fragen, je drei Stufen. Keine Prozentzahlen, keine Punktesysteme mit Nachkommastellen — die täuschen eine Präzision vor, die es nicht gibt.

geringmittelhoch
Wahrscheinlichkeitunwahrscheinlichkann gut passierenrechnet damit
Auswirkungein paar TageTermin wackeltProjekt scheitert

Daraus die Matrix:

Auswirkung geringmittelhoch
W. hochbeobachtenhandelnhandeln
W. mittelhinnehmenbeobachtenhandeln
W. geringhinnehmenhinnehmenbeobachten

Drei Felder heissen „handeln". Wenn bei euch mehr als zwei Risiken dort landen, ist das Projekt zu gross geschnitten.

Vier Umgangsweisen

Für jedes Risiko im Handeln-Feld wird eine gewählt — und aufgeschrieben, welche:

Vermeiden. Den Plan so ändern, dass das Risiko verschwindet. Teuerste, aber sicherste Variante. Beispiel: statt der unerprobten Schnittstelle die langweilige nehmen.

Verringern. Wahrscheinlichkeit oder Auswirkung senken. Beispiel: die riskante Annahme früh testen statt spät.

Übertragen. Jemand anders trägt es — Vertrag, Versicherung, Dienstleister. In kleinen Projekten selten sinnvoll.

Hinnehmen. Bewusst nichts tun, aber wissen, dass es da ist, und einen Plan B im Kopf haben. Völlig legitim, solange es ausgesprochen ist.

Was nicht zur Auswahl steht: eintragen und weitermachen. Ein Risiko ohne gewählte Umgangsweise ist eine Notiz, keine Massnahme.

Vorlage zum Abschreiben

RisikoW.A.UmgangWerBis wann
Kundin gibt Entwurf nicht rechtzeitig freihochmittelverringern: feste Frist im KickoffJey24.09.
Fotos werden bei schlechtem Wetter nichtsmittelgeringhinnehmen, Ersatztermin im KalenderTom—
Reservierung braucht länger als geschätztmittelhochverringern: früh anfangen, Kern zuerstJey30.09.
Steuerberater meldet sich nichtgeringhochverringern: zweite Kanzlei anfragenJey06.10.

Sechs Spalten, vier Zeilen. Die letzten beiden sind die, die den Unterschied machen: Ein Risiko ohne Namen und Datum wird nicht bearbeitet.

Wann geschaut wird

Alle zwei Wochen, zehn Minuten, im selben Termin wie der Statusbericht. Drei Fragen:

  1. Ist eins davon eingetreten? → raus aus der Liste, rein aufs Board als Problem.
  2. Ist eins unwahrscheinlicher geworden? → runterstufen oder streichen.
  3. Ist etwas Neues dazugekommen? → dann fliegt etwas anderes raus.

Eine Risikoliste, die sich über drei Monate nicht ändert, ist nicht stabil — sie wird nicht gelesen.

In ORBYLOX

Die Liste liegt als Notiz im Projekt. Jedes Risiko im Handeln-Feld bekommt zusätzlich ein Ticket mit Zuständigem und Frist — sonst bleibt es eine Zeile in einer Tabelle, und Zeilen in Tabellen erledigt niemand.

Tritt ein Risiko ein, wandert das Ticket ins Board und wird ganz normale Arbeit. Der Fristenlauf erinnert an das Datum, ohne dass jemand daran denken muss.

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